Friedrich Gängels "Chronik von Siersleben" transkribiert

20.08.2019

Titelblatt der Original- Ortschronik (per Klick vergrößern)
Titelblatt der Original- Ortschronik (per Klick vergrößern)

Friedrich Gängel (1892-1982), in Gerbstedt geboren und seit 1915 Siersleber Einwohner und Obersteiger auf dem Vitzthum-Schacht, begann um 1953 eine zweibändige Ortschronik der Gemeinde Siersleben zu verfassen. Er schrieb diese Chronik in alter deutscher Sütterlin-Schrift noch mit Feder und Tinte.

Dieses überaus sehenswerte und lehrreiche Werk mit einem Umfang von 850 Seiten im alten Folio-Format -dieser Meinung war jedenfalls die IG Ortschronik Siersleben- sollte lokalhistorisch interessierten Bürgen zur Kenntnis gebracht werden. Da anzunehmen war, dass eine Faksimile-Herausgabe aufgrund verlorengegangener bzw. unzureichender Kenntnisse der Sütterlinschrift keine große Resonanz finden würde, beschlossen wir, zunächst das Buch I - Von der Vorzeit bis zum Jahre 1945 in moderne Druckschrift zu transkribieren.

Dazu wurden zunächst mehr als 200 eingeklebte bzw. beigelegte Fotos, Zeitungsartikel, Karten, Durchreibungen, Zeichnungen, Skizzen, Pläne, Fotokopien und Zettel mit denen Gängel seine Arbeit austattete als Bilddateien separiert. Anschließend wurden Bürger angesprochen, die Gängels Texte noch lesen und auf Band sprechen konnten, Das Gesprochene wurde schriftlich fixiert und -einheitlich formatiert- mit den wieder hinzugefügten und in der Größe geänderten Bilddateien zusammengefasst. In dieser Form umfasste Gängels Arbeit etwa 660 Druckseiten und auch hier erschien eine kompakte Herausgabe nicht ratsam. Das Werk wurde deshalb in Textabschnitte zerlegt und diese zu 25, teilweise neuen, Kapiteln thematisch neu zusammengestellt. Dadurch änderte sich im Einzelfall zwar die Reihenfolge des Originaltextes; die Genauigkeit aber wurde streng beibehalten.

Diese Arbeit nahm etwa zwei Jahre in Anspruch und das Ergebnis liegt nun in einer vierbändigen Buchreihe im DIN A5-Format vor.

Die Bücher sind einheitlich gestaltet: Auf den ersten 20 Seiten beinhalten sie einen kurzen Abriss des Lebens von Friedrich Gängel. Des Weiteren werden notwendige Änderungen während der Bearbeitung des Originals knapp erläutert. Es folgen die Inhaltsangabe aller vier Bände und schließlich Gängels Original-Vorwort, welchem schließlich der transkribierte Text folgt.

Mit dieser Lösung ist sichergestellt, dass auch der Leser, der nur ein Buch erwirbt, dieselben Informationen erhält, wie derjenige, der alle vier Bände in sein Regal stellen möchte.

Kurzbeschreibung der vier Einzelbände der Chronik von Siersleben

 

Band I (Kupferbuch): Mansfeld - Ferne Zeiten Tiefe Schächte (Kapitel 1 - 6)
Es wird erläutert wie das Kupfererz entstand und welche Fossilien eingebettet waren; die Lebensweise unserer Vorfahren in Stein-, Bronze- und Eisenzeit wird aufgezeigt und was es mit dem Helmsdorfer Fürstengrab auf sich hat.
Es wird die erste Nennungsurkunde Sierslebens und Thondorfs gezeigt. Die Schächte rings um Siersleben werden vorgestellt; auf welchen fuhren die ersten Siersleber Bergleute an? Neben der Enwicklung des Mansfelder Kupferbergbaues werden alle bergmännischen Arbeiten ausführlich erläutert.

Band II (Rotbuch): Siersleben zwischen Piken und Panzern (Kapitel 7 - 15)
Über die Schlacht am Welfesholz, den Großen Deutschen Bauernkrieg, den 30jährigen- und weitere Kriege bis hin zu beiden Weltkriegen wird berichtet. Auch die (teilweise blutigen) Streiks im Mansfelder Land werden thematisiert. Namen von Kriegsteilnehmern von 1806, 1871/71 und den beiden Weltkriegen werden genannt; wieso tranken zwei Amis bei Fleischauer ein Bier ohne zu zahlen, aus welcher Richtung rückten amerikanische Panzer vor und wo wurde ein Bus mit Arbeitern des Walzwerkes Hettstedt beschossen?

Band III (Grünbuch): Ackerbau Handwerk Gewerbe in Siersleben (Kapitel 16 - 20)
Nennungen der Namen von Bäckern, Müllern, Schustern und anderen Gewerbetreibenden, ergänzt um die Namen von Bauern und anderen Einwohnern. Wer war gegen den Eisenbahnbau und wer verhinderte um 1900 -im Gegensatz zu Augsdorf- eine zentrale, kostenlose Wasserversorgung? Warum gafften zwei Feuerwehrmänner beim Brand, anstatt zu löschen? Siersleber Organisationen, Vereine, Verbände, Parteien - alles da, von links bis rechts. Es wird gezeigt, wie Siersleben funktionierte: Polizei, Wasser, Elektrizität, Sterben, Gemeindevertretung, Fürsorge und Jugendpflege ...

Band IV (Blaubuch): Siersleben - Wissen und Glauben (Kapitel 21 - 25)
Es wird über die Entwicklung des Mansfelder Schulwesens und speziell der Siersleber Schule, sowie die Entwicklung des hiesigen Katholizismus berichtet. Die Besoldung des Lehrer-, Pastoren- und Küsteramtes war unübersichtlich, aber ertragreich. Die evangeli-sche Kirche wird beschrieben, u.a. durch Pastor Storck. Wir erfahren, wie preiswert eine Leiche war, dass in Hamburg Siersleber Kirchenglocken gefunden wurden und weshalb Bauer Dittmar doch nicht verkaufte.  Der Mansfäller Dialekt wird analysiert und einige Siersleber Persönlichkeiten erwähnt - neben dem Groben Gottlieb auch Die Dicke Drei.

Rechts: Die Rücken aller vier Bände des ersten Buches der "Chronik der Gemeinde Siersleben", so wie sie in Ihrem Bücherregal stehen könnten. Der blau-graue Buchrücken links gehört zu unserem 2017 erschienenen Buch "Kurze Historie von Siersleben".

 

Links: Gemeinsamer Rücktitel der vier Bände; er wird umrandet von der Akzentfarbe des jeweils aktuellen Bandes.



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